Eingewöhnung

 

Kinder sind durch eine intensive Bindung mit den Erwachsenen ihrer nächsten Umgebung, in der Regel zumindest mit ihren Eltern, eng verbunden. Elementarkinder brauchen diese für ihre Sicherheit, um bei Irritationen unbekannter Situationen und Stress wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Es ist wichtig, dass ein Kind auf eine solche Person zurückgreifen kann, um emotional den Anforderungen der neuen Umgebung gerecht zu werden. Bis zu diesem Zeitpunkt benötigen alle Kinder die Unterstützung durch ein Elternteil oder eine andere Bindungsperson, wenn sie nicht mit Folgen für ihre Gesundheit und ihre Entwicklungschancen belastet werden sollen.

Für die Kinder bedeutet der Übergang vom Elternhaus in die Kindertagesstätte zunächst Stress und ist eine emotionale Belastung. Sie müssen sich von der Mutter bzw. einer anderen primären Bezugsperson lösen, sich in einer fremden Umgebung zu Recht finden und eine weitere Bezugsperson (hier die Erzieherin) anerkennen. Aus diesen Gründen kann die Anfangsphase der Fremdbetreuung durchaus als kritisches Lebensereignis gesehen werden, das von allen Beteiligten zu bewältigen ist (Ahnert 2006, S. 82).

Das Erzieherteam legt zum Anfang des Kindergartenjahres seinen Schwerpunkt auf die Eingewöhnung der neuen Kinder. Die Eingewöhnung in der ev. Kita in Lunestedt gestaltet sich in mehreren Phasen:

Grundphase 
In der Kennenlernphase wird das Kind innerhalb eines Zeitraums von 3 - 6 Wochen möglichst konstant von einer festen Bezugsperson und einer Erzieherin begleitet. In den ersten drei Tagen erstreckt sich der Aufenthalt im Kindergarten für das Kind und die Bezugsperson auf höchstens zwei Stunden pro Tag.

Stabilisierungsphase 
Die Bezugserzieherin ermuntert das Kind, die Räume zu erkunden, Kontakt zu anderen Kindern aufzunehmen, o.ä. Die begleitende Bezugsperson sollte sich passiv an einem festen Platz im Kindergarten aufhalten, um weiterhin ihrem Kind die Sicherheit zu geben. In dieser Phase wird auch die erste Trennung durchgeführt: Die Bezugsperson verlässt für einen vorher abgesprochenen Zeitraum, je nach Befinden des Kindes und Ermessen der Erzieherin, den Kindergarten und holt es nach Ablauf aus dem Kindergarten ab, um dann nach Hause zu gehen. Die Reaktionen des Kindes sind der Maßstab für die Fortsetzung oder den Abbruch dieses Trennungsversuches. Während ihrer Abwesenheit ist die Bezugsperson immer telefonisch erreichbar.

Schlussphase
Die Zeiten für die Trennungsphase werden allmählich ausgedehnt bis der Punkt erreicht ist, an dem sich das Kind zur Bringezeit von der Bezugsperson trennt. Die Eingewöhnung ist beendet, wenn das Kind die Erzieherin als „Sichere Basis“ akzeptiert hat und sich von ihr trösten lässt. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn das Kind gegen den Weggang der Bezugsperson protestiert, sich aber von der Erzieherin ablenken lässt. Eingewöhnung im Kindergarten (Flyer)

Regelung für ganztägig angemeldete Kinder:
Die Teilnahme am Mittagessen findet frühestens 7 – 28 Tage nach der Eingewöhnung statt. In der Zeit werden die Kinder anfänglich um 14.00 Uhr abgeholt. Die Länge des nachmittäglichen Aufenthalts wird ebenfalls allmählich gedehnt.
Im Zeitraum der Sommereingewöhnung gibt es eine vierwöchige Urlaubssperre. Es finden in dieser Zeit keine verbindlichen Bildungsangebote, Turntage und Waldtage statt.